adé schöne babyzeit

Ich schreibe wieder

 

Vor mittlerweile 3 Wochen hab ich`s groß auf Instagram angekündigt und nu??? Ja, ich hab mir für 2017 vorgenommen, wieder mehr zu schreiben. Aber erstmal musste die Website wieder auf Vordermann gebracht werden. Mir ist nämlich eine ganz wundervolle Weiterbildung dazwischen gekommen, weshalb ich gleich mal alles umgestellt hab 😀

 

Warum bloggen?

 

Es gibt zigtausende Elternblogger  (einer meiner Lieblingsblogs ist z.B. 2KindChaos, weil ich mich da so oft wiederfinde) da draußen und nun will auch ich mich einreihen? Ne, an die ganzen tollen Blogs komme ich nicht ran. Will ich auch nicht. Aber es tut einfach gut, ein kleines Hobby zu haben (Seelenfutter und so). Und der eigentliche Plan ist, dadurch auch mehr Zeit für meine beiden Kiddos zu haben, die nämlich hier und da (bleibt bei Geschwistern vermutlich nicht aus) auch mal zu kurz kommen.
Falls ihr euch jetzt fragt, wie das denn bitte gehen soll, mehr Zeit für meine Kinder zu haben, wenn ich vor dem Laptop hocke und in die Tasten kloppe, dann hier eine kleine Erklärung: Ich bin nämlich nicht eine von den SuperFake-Mommys, die morgens um 8 bereits eine blitzeblanke Bude haben, ein Käffchen trinken und dabei ein Pläuschen mit den zuckersüßen Kindern hält und ganz nebenbei noch am PC E-Mails beantwortet. Ich habe, was Vereinbarkeit von Muttschaft und Haushalt angeht, kapituliert und seit geraumer Zeit eine Putzhilfe engagiert, die zumindest einmal die Woche ein bissl Schliff ins Chaos bringt. Kaffee (koffeinfrei, “richtigen” Kaffee vertrage ich, seit ich Kinder habe, nicht mehr) trinke ich meist kalt. So zwischen dem ersten Frühstücksversuch mit dem Großen und dem Hallo-Guten-Morgen-startklar-machen der Kleinen. Tja, und E-Mails, Facebook-News und Neuigkeiten bei Instagram checke ich meist so zwischendurch. Und genau DAS nervt mich mittlerweile. Ständig hab ich dieses olle Smartphone in der Hand und im Grunde ist es ein totaler Zeitfresse und hält mich davon ab, zu sehen, wie toll meine Kinder sind (oder halt hin und wieder sein können :-P). Also will ich meine Zeit im Netz lieber komprimieren und anstatt jederzeit bei Facebook abzuhängen, wo ich mich die meiste Zeit eh nur über irgendwelche Beiträge ärgere und gedanklich dann den halben Tag dran festklebe, lieber in der Mittagspause (wenn denn dann wirklich beide Kiddos gleichzeitig schlafen. Ja, den Luxus genieße ich tatsächlich größtenteils noch) schreiben. Nicht am Handy (ist eh viel zu lahm), nicht am Tablet, sondern so richtig. Am Tisch und auf dem Laptop. Richtige Tasten spüren.

 

genug erklärt, zurück zum Titel

 

Und wo wir gerade bei “spüren” sind, finde ich dann auch mal den Bogen zum Titel des Blogposts. Meine Kinder sind mittlerweile 4,5 Jahre alt (verdammte Sch***, wo ist die Zeit geblieben?) und fast 2. Die Babyzeit liegt also schon ein ganzes Eckchen hinter uns. Und dennoch möchte ich mich hier noch einmal an diese tolle, magische Zeit zurück erinnern. Wenn ich nämlich an die Babyzeit mit Sohni zurück denke, war das – rückblickend betrachtet – die entspannteste Zeit meines Lebens. Ok, am Anfang hab ich mich natürlich – wie wohl so ziemlich alle Neueltern – gefragt, warum dieses kleine Wesen nicht den ganzen Tag im Stubenwagen und nachts im Beistellbett schläft, warum er den Kinderwagen total doof findet und andauernd an meinen Brüsten nuckeln will, aber andererseits war die Zeit auch so entschleunigt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie der Papa und ich darüber stritten, auf wessen Brust das kleine Menschlein denn nun liegen und schlummern darf. Und relativ schnell kam die Phase, in der ich dachte “ok, dann ist das halt jetzt so” und hab es mir mit einem Haufen von Büchern, dem Tablet und jeder Menge Getränke auf meinem Sessel gemütlich gemacht und gelesen, gelesen, gelesen. Bekannte aus dem Vorbereitungskurs oder aus dem Babykurs den ich besuchte (wo ich mich heute noch frage, warum ich dort überhaupt hingegangen bin) konnten das so gar nicht verstehen und quälten sich mit Gedanken, wie sie ihr Baby denn dazu bewegen können, allein irgendwo zu liegen. “Aber ich will doch auch mal vor die Tür.”, “Wann machst du denn den Haushalt?”, “Man will doch auch mal Zeit nur für sich”…waren Sätze, die ich hin und wieder zu hören bekam. Und wisst ihr was? Das war mir sowas von hupe! Ich wollte mir den Stress nicht geben und neue Freunde (im Netz und real) bestärkten mich. Und dieser kleine Typ war es auch, der mich dem Attachement Parenting näher brachte und mir einen neuen beruflichen Horizont eröffnete. Heute mit einem 4,5 jährigen Rowdy vermisse ich diese ruhige, entspannte Zeit sehr. Aber hey, jedes Alter hat auch seine Vorzüge, nech?!

 

Baby Nr. 2

 

Bei Baby Nummer 2 war ich schon voll im Flow. Kinderwagen gab es nicht, Beistellbett auch nicht. Das Baby wurde selbstverständlich von Anfang an und ausschließlich getragen, schlief ganz easy mit im Bett (das ist ja schließlich groß genug) und wurde (und wird) gestillt, wann und wo immer Baby will. Und auch, wenn ich mir im Vorfeld kaum vorstellen konnte, dass sich Liebe mit einem zweiten Kind nicht halbiert, sondern verdoppelt (that`s true <3), war die Babyzeit mit dem Tochterkind ganz anders. Trotz Tragen, Stillen nach Bedarf und Bed-Sharing war sie die ersten Wochen alles andere als ein entspanntes Baby. Der Papa hatte die ersten 2 Monate Elternzeit (was ich übrigens total gut und wichtig finde!) und hat sich viel um Sohni gekümmert, sodass ich Zeit zum Babykuscheln hatte. Aber dennoch war es so komplett anders, als beim ersten Mal. Klar, wenn da noch ein Geschwisterkind rumspringt, ist halt nix mit ewig auf dem Sessel hocken (den ich by the way bei Baby Nr. 2 gar nicht mehr hatte), aber ich musste auch feststellen, dass Babys so unterschiedlich sind. Menschen halt!
Und dennoch war die Babyzeit mit der Kröte toll! Es ist so unfassbar mitzuerleben, wie krass sich ein Mensch im ersten Lebensjahr entwickelt.
Zack hebt es schon das Köpfchen, zack dreht es sich, zack stützt es sich auf und du denkst, wie zuckersüß dieses Wesen doch ist, zack bewegt es sich auf einmal fort, zack entdeckt es die Welt…
Doch was ich, noch viel mehr als beim Großen, mit der Kröte ganz besonders genossen hab, war das Tragen! Ich habe es geliebt, sie ins Tuch zu binden und entwickelte auch eine ganz besondere Liebe zu Tragetüchern an sich, was mir letztlich den Stups gab, die Ausbildung zur Trageberaterin zu machen. Lange, wirklich lange hatte ich daran zu knabbern, dass sie von einem Tag auf den anderen nicht mehr getragen werden wollte. Mit dem Tag, als sie ihre Füße als Fortbewegungsmittel entdeckte, war es vorbei mit der Tragerei. Und auch heute noch bin ich ein bisschen wehmütig, dass ich meine Leidenschaft für schöne Tücher nicht mehr mit ihr ausleben darf. Aber im Großen und Ganzen bin ich drüber hinweg, ganz manchmal geht sie wenigstens in eine Tragehilfe (da hab ich ja glücklicherweise noch die ein oder andere im Tragesortiment) – beim Papa offenbar lieber als bei mir grmpf – aber glücklicherweise schlafen wir ja noch alle gemeinsam und sie stillt noch. Der richtige Goodbye-Baby-Blues kommt also noch, wenn sie (oder beide) aus dem Familienbett ausziehen und sie mal keine Lust mehr aufs Stillen hat.

EDIT:

Ha, das ist das Gute daran, wenn man ewig für das Veröffentlichen eines Blogposts braucht. Denn ich will nun mal ehrlich: so nett und seicht sich die Sache mit dem Tuchbinden etc. anhört, ich WILL das zurück! Ich WILL wieder tragen! Leider sieht mein Mädchen das anders. Sie entwickelte sich über den Winter zu einer echten Stubenhockerin, was mit 2 Hunden und einem absoluten Draußenkind keine gute Kombination ist. Jeder Gassigang wird hier zum Drama. Hallo Autonomiephase! Während Sohnemann bereits komplett bekleidet mit den Hufen scharrt, wann es denn endlich raus geht, gröhlt die Kleine “NEEEIIIN” und wir brauchen ca. 30 Minuten, bis wir dann alle 3 bekleidet vor der Haustür stehen. Aber dann fängt der Spaß erst richtig an. Tragen blöd, Buggy blöd, Pukilino blöd, laufen wollen. Die kleine Madame definiert Laufen allerdings anders, als wir und somit wird aus dem Gassi gehen, Gassi stehen. Für eine 5 Minuten Runde brauchen wir im Schnitt 1/2 Stunde, viiieeele animierende Worte und Geduld. Ich wette, unsere Nachbarschaft lacht sich über uns kaputt, wie ich einem Schafhirten gleich, mein Kind zum Laufen bewege, den Hund davon abhalte, wie wild an der Leine zu ziehn, dabei noch einen Buggy oder das Rutschlaufding in der Hand halte, den Großen irgendwie auch noch bei Laune halten muss und dann vor mich hin fluchend und schweiß gebadet wieder daheim eintreffe. Kein Spaß, sag ich euch! Aber ich hoffe auf Besserung im Frühling (und wenn dann ein echtes Laufrad für die Kröte einzieht).

 

No more Baby

 

Heute bin ich total happy mit meinen 2 “großen” Kids (abgesehen von den täglichen Rausgehdramen und Geschwisterstreitigkeiten), doch noch vor einem halben Jahr hätte der Post vermutlich ganz anders ausgesehen. Als im Bekanntenkreis der Baby-Boom ausgebrochen ist, hatte ich tatsächlich mit Neid und dem “Ich will auch noch ein Baby!” Gedanken zu kämpfen. Ja, ich gebe es zu, Neid ist so gar kein schönes Gefühl, aber wenn ich so abrupt aus meiner so geliebten Tragzeit gerissen werde, möge man es mir nachsehen. Die Vorstellung, noch ein Baby zu bekommen, ist mir jetzt total fremd. Ich habe schon ganz viel Babykram und sogar einige meine heißgeliebten Tragetücher ohne ein einziges Tränchen (ok, bei dem ein oder anderen Tuch floß doch eine kleine Träne) verkauft und so zauberhaft ich Babys finde – glücklicherweise habe ich ja noch berufsbedingt viel mit kleinen Menschlein zu tun – für mich selbst kann ich mir kein Baby mehr vorstellen. Es war toll, es war schön…aber nein, unsere Zeit ist vorbei. Und das ist völlig ok. Es ist nämlich genauso schön, diese kleinen Menschen beim Großwerden zu begleiten und über das größer werden zu schreiben <3

 

 

In diesem Sinne, kuschelt mit euren Babys und genießt die Zeit (und macht noch mehr Babys, wenn euch danach ist)…

Eure Tanni

 

 

 

P.S. In Zukunft werdet ihr wieder mehr von mir hören, bzw. lesen. Versprochen!
P.P.S. Für diesen Beitrag habe ich nun knapp 3 Wochen gebraucht. Rechnet also nicht jede Woche mit neuem Blog-Futter (wie machen das nur die ganzen anderen coolen Elternblogger? Der Frage muss ich wohl mal auf den Grund gehen.)

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